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Aktuelle Nachrichten vom Verband Artgerechte TierGesundheit e.V.

Am 20. Juni 2016 fand die öffentliche Anhörung zu der von der ATG und der Kooperation der Tierheilpraktikerverbände eingereichten Petition „Tierschutz – Keine Umsetzung der EU-Verordnung COM(2014) im Hinblick auf den Einsatz homöopathischer und naturheilkundlicher Arzneimittel für Tiere vom 28.20.2015“ im Bundestag statt. ATG-Vorstandsmitglied Birgit Weidacher-Bauer vertrat die Petenten und stand den Politikern Rede und Antwort.

Die öffentliche Petition wurde in der Mitzeichnungsfrist von insgesamt 84.846 Menschen unterstützt (52.273 Online, 32.573 Offline). Auch im Diskussionsforum hat sich die Mehrheit für das Anliegen der Petition ausgesprochen.

Die meisten Fraktionen aus der Politik haben sich diesem Thema jetzt angenommen und viele Änderungsvorschläge unsererseits sind schon in der ersten Lesung der neuen EU-Verordnung umgesetzt worden. Sehen Sie hier den Mitschnitt der Anhörung:

Pressemitteilung der Bundesregierung zur Anhörung

Die Bundesregierung setzt sich für Therapiefreiheit in der Tiermedizin ein. Während einer öffentlichen Sitzung des Petitionsausschusses am Montag sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Maria Flachsbarth (CDU), bei den derzeitigen Beratungen einer EU-Verordnung über Tierarzneimittel setze sich Deutschland dafür ein, dass bei homöopathischen Arzneimitteln über einem bestimmten Verdünnungsgrad (D4 - 1:10.000) "unter bestimmten Umständen und bei bestimmten Anwendungen Erleichterungen erforderlich sind". Die Bundesregierung habe außerdem auf europäischer Ebene vorgeschlagen, eine neue Regelung in die Verordnung aufzunehmen, wonach es bei mengenmäßig begrenzter Herstellung zu keiner Registrierung mehr kommen müsse, "um die Verfügbarkeit homöopathischer Arzneimittel zu verbessern".

Dies kommt zumindest teilweise den Forderungen der Petentin Anja Krüger, Zweite Vorsitzende des Vereins Artgerechte Tiergesundheit entgegen. Durch die EU-Verordnung werde der Einsatz von naturheilkundlichen Arzneimitteln und Mitteln zur Prophylaxe durch zusätzliche, aufwändige Zulassungsverfahren erschwert, hatte die Petentin kritisiert. Da Tiere der EU-Vorlage nach nur noch Arzneimittel erhalten dürfen, die ausdrücklich als Tierarzneimittel zugelassen oder registriert sind, werde die Bandbreite der natürlichen Therapiemittel verringert. "All das würde den Einsatz von zur Zeit noch erhältlichen, naturheilkundlichen Arzneimitteln und Mitteln zur Gesunderhaltung, wie etwa Kräutern, faktisch unmöglich machen", heißt es in der Petition.

Während der öffentlichen Sitzung räumte Birgit Weidacher-Bauer vom Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands als Vertreterin der Petentin ein, dass es seit Einreichung der Petition im Jahr 2014 positiv zu bewertende Änderungen im Verordnungsentwurf gegeben habe. Gleichwohl gebe es nach wie vor Nachbesserungsbedarf, sagte die Tierheilpraktikerin. Aus ihrer Sicht ist es "unverhältnismäßig, dass bereits registrierte homöopathische Einzelmittel zusätzlich registriert werden müssen, um sie im Bereich der lebensmittelliefernden Tiere anwenden zu können, obwohl diese Mittel im Humanbereich verwendet werden". Laut Weidacher-Bauer müsse in der Verordnung klar geregelt sein, dass rückstandslose homöopathische Mittel ab Verdünnungsgrad D4 jedem zur Verfügung stehen sollten.

Die Vertreterin der Petentin kritisierte zudem die rechtliche Bevorzugung von Tierärzten gegenüber den Tierheilpraktikern. Den Landwirten selber sollte die Entscheidung darüber überlassen bleiben, wem sie in dieser Frage, bei der es "um die Tiere, ihr wichtigstes Kapital" geht, vertrauen. Dem Einwand, Tierheilpraktiker sei kein regulierter Berufsstand, begegnete sie mit dem Verweis auf die lange Tradition des Berufes. Ihr Verband beispielsweise existiere seit 1931 und damit länger als der erste Verband von Tierärzten.

Eine "Umwidmung" von Humanpräparaten soll gleichwohl auch in Zukunft nur Tierärzten zugebilligt werden, sagte Staatssekretärin Flachsbarth. "Wir glauben, dass das mit Blick auf das Tierwohl und die Verbrauchersicherheit eine vernünftige Regelung ist", betonte sie.

zur Pressemitteilung


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